
Bauen: Spieltisch mit Keller und einer beschreibbaren Innenplatte
Spieltische haben mich immer wieder beschäftigt. Ich kann nicht genau sagen, wann ich den ersten entdeckt habe. Aber ich weiß, dass ich irgendwie davon fasziniert war. Dass es möglich war, einen Tisch mit Upgrades zu versehen. Also Schalen, Getränke, Würfelbecher, mit Halterungen daran zu befestigen. Dass es einen "Keller" gibt, der als eigentliche Spielfläche dient. Der aber auch wiederverschließbar ist und dann wieder als Esstisch dient.
Irgendwie hat das den Tisch an sich, nützlicher gemacht, es war dann nicht einfach nur eine Platte wo ab und an mal Schüsseln und Teller platziert wurden. Er konnte jetzt auch mehr als ein Problem lösen. Aber eben genau jene Tische die Angeboten werden waren immer unfassbar wuchtig. Sie waren irgendwie den Geschichten nachempfunden, die in den Geschichten der meisten Spieler:innen und damit auch der vermeintlichen Zielgruppe auftauchten. Auf der Spielmesse in Essen hätte sich schon ein Zwerg an einem solchen Tisch gut gemacht, um das Bild abzurunden.
Abgesehen von dem Problem das man dafür entsprechend den Raum benötigt, hatten die Tische die Angeboten wurden noch ein anderes Problem. Das ergab sich aus dem Umstand das ich mich irgendwann mit beschreibbaren Spielmaterialien beschäftigt hatte. Fürs Tischenrollenspiel hatte es mich irgendwann genervt, das man sich immer wieder neues Material ausdrucken musste. Erst war der Gedanke, variable Pläne auf Folie zu verwenden und dann kam irgendwann die Frage auf, warum eigentlich nicht direkt den Tisch nutzen?
Farben um Oberflächen entsprechend nutzbar zu machen gibt es ja schon eine ganze Weile, ob nun für Kreide oder als Whiteboard.
Den ersten Tisch hatte ich dann vor einigen Jahren gebaut. Dieser verfügte über eine Innenplatte die gedreht werden konnte. Auf der einen Seite war dieser mit Filz bespannt. Die andere Seite war mit Tafellack bestrichen. Leider hatte ich bei die Verbinder, die ich für die Tischbeine benutzt hatte, einige Sachen nicht bedacht. Die Konstruktion ist dann irgendwann instabil geworden und konnte nicht mehr repariert werden. Die Einzelteile sind inzwischen umgearbeitet darunter Schneidebretter aber auch Hängeregale für Pflanzen.
Die Idee für den neuen Tisch war möglichst Materialien zu verwenden, die gut Verfügbar sind. Mit einigen Skizzen hatte ich den Tisch grob geplant. Die Finalen Zeichnungen entstanden erst als der Tisch schon fast fertig war. Der Tisch besteht aus drei Teilen. Den Rahmen mit den Tischbeinen. Die Innenplatte ist von unten am Rahmen befestigt ist. Die herausnehmbare Platte, liegt auf der Innenplatte.
Für den Rahmen und die herausnehmbare Platte habe ich Säge raue Douglasien-Latten (50mm x 30mm) verwendet. Douglasie ist schon etwas härter und so ziemlich in jeden Baumarkt verfügbar. Für den Rahmen habe ich ganze Latten verleimt. Für die herausnehmbare Platte hatte ich die Latten dann halbiert und dann verleimt. Das diente dazu den Hohlraum etwas zu vergrößern.
Der Grund für das einzelne Leimen, war auch Rahmen und Platten aufeinander abzustimmen. Ich wollte zum einen das sehr genau machen, aber auch die Details wie die Ausrichtung der Maserung bestimmen. Die Innenplatte ist allerdings eine Leimholzplatte aus Buche, die mit schwarzer Beize eingefärbt wurde. Der Vorteil der Buchen Leimholzplatte das die auch in Dünn noch recht stabil und fest ist. Dan nach wurde noch eine Transparente Whiteboard-Farbe aufgetragen.
Inzwischen steht der Tisch schon eine ganze Weile hier. Es hat sich nichts an dem Tisch gelockert, nachspannen war auch nicht nötig und auch die Idee mit dem beschreiben funktioniert sehr gut. Trotz des Aufwands und sich die Umsetzung hingezogen hat und ich das immer wieder tun.




Für die Halterung der Beine habe ich 70mm Flachstahl mit einer dicke von 4mm genommen. Gebogen dann mit einer Manuellen Biegemaschine. Damit sollte die Halterung eine breite Fläche haben und mit der Tischplatte verbunden sein.


Um das Tischbein etwas weiter zu verfestigen ist ein Flachstahl so gebogen das dieser auf der anderen Seite am Tischbein verschraubt werden konnte.


Das Holz wurde mit frisch aufgebrühten Kaffeepulver gefärbt. Also es wird die ganze Masse genommen und auf dem Holz aufgetragen. Das ganze muss aber wiederholt werden. Auf Douglasie ist die Masserung durch den Kaffee sehr deutlich, bei Fichte ist der Effekt eher schwach.

Da die Winkel für den Tischbein nicht verschraubt sind, kann der Tisch leicht schwingen. Um die Tischbein zu verfestigen ist ein Drahtseil mit Augbolzen und einen Wantenspanner befestigt, damit kann dieser dann nachgespannt werden.




Damit die Innenplatte beschreibar ist wurde diese mit einer Whiteboard-Farbe bestrichen. Die Whiteboard-Farbe besteht aus zwei Komponenten und verhärtet sich nach dem auftragen.

Für ein Krimi-Spiel war der Tisch schon sehr hilfreich!